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Qualitäts­zeichen für „ökologische“ Bau­stoffe

Der Architekt, Planer und Bauherr kann sich angesichts der Informationsflut in der Regel nur anhand von Qualitätszeichen und Zertifizierungen bei der nachhaltigen Produktauswahl orientieren.

Qualitätszeichen für „ökologische“ Baustoffe

Quelle: Spritzendorfer, J. (2007): Nachhaltiges Bauen mit „wohngesunden Baustoffen“; C.F. Müller Verlag, Heidelberg

Im nach wie vor großen „Qualitätsdschungel“ haben sich bei einer Gegenüberstellung durch die Verbraucherzentrale NRW (APUG-Studie) davon nur sehr wenige als unabhängig, transparent und umfassend hauskristallisiert. In dieser Studie wurden in der Folge nach einer Grundsatzselektion nur echte Qualitätszeichen verglichen, die auch organisatorisch grundsätzliche Anforderungen an ein Qualitätszeichen bzw. Unabhängigkeit, Transparenz und Trennung von Prüfung und Zeichenvergabe erfüllen.

Die meisten Kriterien einer umfassenden Beurteilung von Baustoffen im Bereich gesundheitsrelevanter Fragen (z.B. verpflichtende VOC-Prüfungen) werden dabei offensichtlich vom internationalen Zeichen „natureplus“ beachtet. Dieses Qualitätszeichen bietet auch im Internet umfassende Information bzgl. Organisation, Prüfkriterien, Forderungen an Deklarationen, Kennzeichnungen von Allergenen und Umfang des bereits geprüften Sortiments.

Bei allen Umweltzeichen,

  • die nicht ihre sämtlichen Prüfkriterien und Grenzwerte transparent veröffentlichen,
  • die keine umfassende Volldeklaration aller Inhaltsstoffe fordern und auflisten,
  • die nicht neben der Ökobilanz inkl. Energiebilanz auch strengste Anforderungen an Emissionen (z.B. VOC) und eventuelle Allergene nachweisen,
  • die keine klare Trennung zwischen Kriterienerstellung, Produktprüfung und Zeichenvergabestelle glaubhaft darstellen können,
  • die keine permanente Wiederholung von Prüfungen (auch unangemeldet) vorschreiben,

ist grundsätzlich Vorsicht anzuwenden.

Auch Produkte, die ausschließlich mit ihrer Energiebilanz werben, wollen damit oftmals überdecken, dass sie in anderen Fragen der Ökobilanz ein hohes Defizit aufweisen.

Dies gilt auch für die meisten Produkte, di sich nur aufgrund ihrer Recycelfähigkeit als ökologisch darstellen.

Im Zweifelsfall sollte sich der Planer oder Architekt an anerkannte Beratungsstellen wenden (Bundesverband für Umweltberatung, Berufsverband der Baubiologen VDB, Q3-Welt der Lebensqualität, natureplus, Beratungsstellen der Verbraucherverbände).

FSC

FSC – Holz aus „nachhaltigem“ Anbau

FSC-Logo

Der Forest Stewardship Council wurde 1993, ein Jahr nach der Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ in Rio de Janeiro, gegründet. Ziel ist es, die in Rio verabschiedeten Forderungen an nachhaltige Entwicklung für Wälder umzusetzen. Besondere Bedeutung im Rahmen der Forderungen von Rio hat die gleichwertige Berücksichtigung von sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten bei der Nutzung von Naturgütern.

Der FSC ist eine internationale gemeinnützige Organisation mit Sitz in Bonn und nationalen Arbeitsgruppen in 35 Ländern. Er wird von Umweltorganisationen (WWF, Greenpeace, NABU, Robin Wood u.a.), Sozialverbänden (IG BAU, IG Metall u.a.), sowie zahlreichen Unternehmen unterstützt.

Der FSC ist eine Mitgliederorganisation in der sowohl Verbände, Organisationen und Unternehmen als auch Privatpersonen Mitglied werden können. Die Mitgliedschaft enthält das Recht zur Mitbestimmung an Entscheidungen im FSC und zur Wahl von Vorständen.

Neben der Beteiligung aller Mitglieder und Interessensvertreter legt der FSC sehr viel Wert auf Transparenz. Alle Regelungen und alle wichtigen Dokumente sind daher der Öffentlichkeit zugänglich.

In Deutschland gelten für FSC folgende Grundsätze:

Sonne scheint durch Baum

Umwelt­schonende Nutzung

  • Kahlschläge sind grundsätzlich zu unterlassen
  • Biozide werden nicht eingesetzt
  • Totholz verbleibt im Wald

Sozial­verträgliche Arbeits­bedingungen

  • Personal wird möglichst ganzjährig beschäftigt
  • Regelmäßige aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
  • Sorgfaltspflicht bei der Auswahl von Dienstleistern
  • Waldnutzungsrechte werden anerkannt

Effiziente Bewirt­schaftung

  • Erzeugung hoher Holzqualitäten
  • Regelmäßige Durchführung einer Forstinventur
  • Produktion marktgerechter, möglichst starker Hölzer
  • Dauerhaft Marktversorgung
natureplus

natureplus – Das Qualitäts­zeichen für Umwelt, Gesundheit und Funktion

natureplus-Logo

Die Bauwirtschaft verschlingt rund 40 % unserer natürlichen Ressourcen. Auch der Energiebedarf in diesem Sektor ist außerordentlich hoch.

90 % ihres Lebens verbringen Europäer in Innenräumen. Schon eine geringe Konzentration von Wohngiften kann die Gesundheit beeinträchtigen. Deshalb sind umweltgerecht produzierte und gesundheitsverträgliche Bau- und Einrichtungsmaterialien wichtig für eine zukunftsfähige Entwicklung.

natureplus ist das Qualitätszeichen für

  • umweltgerechte
  • gesundheitsverträgliche und
  • funktionelle Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände in Europa.

natureplus ist das Qualitätszeichen für qualitativ hohe Baustoffe, Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände. Produkte, die dieses Label tragen, sind für die Gesundheit unbedenklich, sind umweltgerecht hergestellt und funktionell einwandfrei. Eine umfangreiche Prüfung nach strengen Kriterien garantiert, dass der hohe Anspruch erfüllt wird.

natureplus wird nur an Produkte vergeben, die zu 85 % aus nachwachsenden und/oder mineralischen Rohstoffen bestehen. Damit wird die nachhaltige Verfügbarkeit und damit Zukunftsfähigkeit dieser Produkte unterstrichen. Am Produkt muss zudem eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe erfolgen, um den Nutzern über das natureplus-Zeichen hinaus eine bessere Einordnung des Produkts zu ermöglichen.

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